Hier ist die Musik-Story hinter den Platten (für die, die es genau wissen wollen): 

 

 

 

Royal Servants  – We 

(von 1970 , editiert 1999) von Garden of delights

 

Noch englisch singende Vorläufer-Gruppe der damals deutschlandweit bekannten Gruppe “Eulenspygel” mit denselben Instrumentalisten. Konzerte meist in Süddeutschland.

Die Masterminds wurden, je mehr eigene Stücke wir spielten , bald ich (Detlev Nottrodt )(Gitarre)und Matthias Thurow(Gitarre) , wie auch später bei „Eulenspygel“.

1970 war ein Teil des Live - Repertoires schon eigenes Material neben Coverrock Stücken verschiedener Bands dieser Zeit. Die Cd – nur mit eigenen Stücken - wurde im Stuttgarter Horst Jankowsky Studio eingespielt , kaum dass ein Plattenvertrag mit „Elite“-Records aus der Schweiz vorlag.

 

Schon am Beginn der Aufnahmen lief der Sänger weg und zog berufs- (oder Liebe?)-halber nach München um. Was tun? 
Da ich die meisten Kompositionen geschrieben hatte und sie am besten „draufhatte“, sang i c h sie halt ein, obwohl ich gar nicht der Sänger der Royal Servants war.

 

 

Die Texte waren dem Zeitgeist entsprechend eher kritisch gefärbt , aber man wagte es noch nicht auf deutsch , um nicht „schlagerhaft“ rüberzukommen.

Die Titel oszillieren zwischen Poprock und Underground – beeinflussten Sachen. Das fast 13 Min. lange „Latin Underground“ ist – wie im Jazz – bis auf das Kopfthema frei improvisiert , und take eins war’s dann gleich!

Nach einer Tournee mit den frühen Deutschrockern „Ihre Kinder“ waren wir so ermutigt, dass alle künftigen Texte auf deutsch geschrieben wurden. Ein neuer Sänger dazu - (Mulo Maulbetsch) und auf der Matte stand : „Eulenspygel“. (ab 1971).

 

 

 

 

 

Eulenspygel - “Eulenspygel 2” (1971 ,ediert 1999 bei Garden of delights)

 

Als sich die “Royal Servants” aus dem Raum Stuttgart-Eßlingen-Plochingen in “Eulenspygel” verwandelten und deutsche politisch-kritische motivierte Texte mit konzertantem Deutschrock verbanden , hatten sie auch blitzschnell einen neuen Plattenvertrag (bei Intercord) und traten in ganz Deutschland, teilweise auch der Schweiz, Österreich und sogar in Frankreich auf, besuchten Radiostationen, gaben Interviews in den gängigen Musikzeitschriften (Sounds ect.) , oder kamen gelegentlich im Fernsehen. In der SDR 3 Hitparade waren sie einige Wochen in der Hitparade ganz oben dabei.

 

Die kompositorischen Masterminds waren Detlev Nottrodt (git.) und Mathias Thurow (git.) , auch der Sänger Mulo Maulbetsch (neu im Line- up der Gruppe) trug zu Text und Musik etliches bei.

Die Scheibe wurde in Hamburg aufgenommen und Intercord gründete anlässlich der Veröffentlichung der LP ein eigenes Label „Spiegelei“ , auf dem noch viele andere erfolgreiche Acts veröffentlicht wurden (z.B. Kraan).

 

 

 

Inhaltlich war die Gruppe natürlich links und der Studentenbewegung ,,Woodstock und der Anti.- Vietnamkriegbewegung verpflichtet. Doch musikalisch war sie weit weg von plakativem Politrock – Gehämmer, da waren vielmehr Einflüsse von Yes , Genesis, Focus , Byrds, Van der Graf Generator und Deep Purple maßgebend .Vorbild war konzertanter Rock mit improvisatorischen Einlagen.

Das instrumentale Können der Musiker war für die damalige Zeit sehr beachtlich (siehe viele Kritiken dazu im Internet):

Matthias und ich waren recht versierte Gitarristen, der ausgebildete Keyboarder K.H. Großhans und der Querflötist Cornelius Hauptmann kamen von der Klassik und waren durchaus auch keine Dilettanten. Der leider schon Mitte der 80er Jahre verstorbenen Schlagzeuger Günter Klinger war dem Who-Drummer Keith Moon geistesverwandt, technisch solid und voller Leidenschaft. 
Eulenspygel – Ich (Mitbegründer der Band) habe mein ganzes Musikleben lang übrigens immer darauf gesehen, dass Top - Schlagzeuger in der Band spielten – das blieb so bis zu meiner heutigen Band Jackpot! 
Peter Garattoni , der Drummer der letzten Besetzung von „Eulenspygel“ (1977 und 1984), war anerkannt als einer der besten Rockdrummer im Ländle. Nicht zufällig bin ich auch ein begeisterter Percussionist bei Jackpot!

 

Die Platte verkaufte übrigens viele tausend Scheiben und macht die Gruppe so bekannt , dass sie bis 1984 in wechselnden Besetzungen gut besuchte Live-Konzerte hatte.

Diese Platte war eigentlich ja die e r s t e „Eulenspygel“ - LP, die Firma fand es aber cool, sie „Eulenspygel 2 „ zu nennen , vielleicht um Arriviertheit anzudeuten oder weil dieselbe Band ja schon eine englische LP und 2 Singles herausgebracht hatte(als „Royal Servants“). War aber eigentlich Unfug!

 

Noch viele Jahre blieb diese Platte im Gespräch wegen dem anstößigen Hühnchen-Cover, das , je nachdem, als originellstes oder brutalstes oder hässlichstes Cover in Cover - Contests und historischen Rückblicken betreffs deutscher LP-Geschichte auf den vorderen Plätzen lag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eulenspygel – Ausschuß

(1972, ediert 2000 bei Garden of delights)

 

Die gleiche Besetzung wie auf der „Eulenspygel 2“CD wurde von der Firma Intercord in einem Anflug von Größenwahn ins Apple-Studio der Beatles (wo grade Ring Starr an seinem nachmaligen Hit

„It don’t come easy“ bastelte) geschleppt.

 

In 4 Tagen - einschließlich des Mixings - mußte das ziemlich komplexe Werk, das auch viele riskante improvisatorische Stellen hatte , reingehauen werden. Das war Stress pur , aber auch ein Rausch des Aus-sich-herausgehens, des Experimentierens , wie es die Band noch nie erlebt hatte.

 

Die Gruppe schnappte sich respektlos das teure Equipment , was im Studio von berühmten Kollegen wie Ringo Starr oder Argent , herumstand (Sitar , 12-String , Moog , Mellotron ect.)und baute es spontan in die Arrangements ein.

 

 

Eine komplette Plattenseite (22 Minuten) erzählte in Rock-sinfonischer Weise das Schicksal eines Heimzöglings, in anderen Songs werden die herrschenden Politiker als tyrannische Menschenmacher, die Erziehungseinrichtung Schule als Untertanenfabrik gegeißelt.

Von heutiger Sicht aus sicher übertrieben, aber im Kern gar nicht so daneben. Gute, humane und effektive Schulen haben doch bis heut Seltenheitswert, oder?

 

Um möglichst authentisch zu erzählen, ist die Gruppe damals in Heime gegangen und hat Jugendliche und Erzieher interviewt oder hat in einem Jugendgefängnis gespielt und Gespräche geführt.

Die CD Edition von 2000 hat von der späteren Besetzung(1973 &1974) einige interessante Bonustracks dazugefügt, die die dem Applesound zwar nicht standhalten können, aber gut dokumentieren, wie die Gruppe sich anschließend in eine mehr Folk-rockige Richtung weiterentwickelt hat (1973 bis 1976).


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eulenspygel – Staub auf deinem Haar (Live in Köln 1973 Garden of Delight)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Dieses Konzert wurde am 13.Januar 1973 im Sendesaal des WDR Köln gegeben und im Radio live übertragen im Rahmen der Sendereihe „Kleine Nachtmusik“.

Keyboarder K.H. Großhans war nicht mehr dabei , und Gitarrist Matthias Thurow hatte für Ronald Libal den Bass übernommen.

Zum Ausgleich spielt Sänger Mulo gelegentlich akustische Gitarre

und ich wechselte zwischen Pianet ,

E-Gitarre und Westerngitarre hin und her, was dem Sound ein

etwas folkrockiges Gepräge gab, damals eher selten für eine deutsche Band.

 

 

Eulenspygel war auf seinem sozialkritischen Höhepunkt und pflegte nach dem Konzert mit interessiertem Publikum über die Texte und Anliegen der Songs zu diskutieren.

Auf den Masterbändern ist noch zu hören, wie die Band mit dem Moderator der Sendung ausführlich über ihre Ziele und Ansichten zu Politik, Erziehung, ja sogar (damals selten!!) Umweltschutz redet (Titelsong!). Damals noch ernst und ironiefrei, wurden die Texte dann später lockerer und weniger predigend.

Mit Bassist Micha von Jackpot habe ich Mängel und Störungen des Sounds ausgebügelt, und , um den Stereosound zu verbessern, die akustische Gitarre auf dem Band gedoppelt.
Ich war überrascht , wie genau und anspruchvoll wir damals schon musiziert haben.
Ich musste eine Weile üben, um das wieder genau gleich hinzukriegen…
Eine engagierte, euphorische , aber doch etwas humorlose Zeit damals…

 

 

 

 

 

 

 

 

Eulenspygel – Laut und deutlich (Doppel-CD 1990 Delta-Music)

 

1976/77,nach einigen Umbesetzungen, in denen Sänger Mulu Maulbetsch noch und Peter Weber (Bass) schon dabei waren, findet sich in Stuttgart die endgültige Besetzung, die dann bis 1984 dauerte , zusammen. An den Drums war Peter Garattoni und an der anderen Gitarre Günter Marek.

 

Das textliche Konzept wurde lockerer , mit satirischen Zügen und es durfte nun auch mal ein Beziehungsthema besungen werden. Die Musik wurde bluesrockiger und mehr auf das Zusammenspiel der Sologitarren abgestellt , wie es damals auch Wishbone Ash machten. Peter Weber sang die raueren , Detlev die softeren oder kabarettistischer Sachen, einen Solosänger gab es nicht mehr.

 

Das punktgenaue Zusammenspiel von Peter Webers Bass und Peter Garattonis Drums legten ein Rhythmusbrett ,über dem ich und Günter wunderbar solieren konnten, was man damals gern und lange tat…

Die 1979 und 1983 erschienenen LPs sind auf der Doppel- CD zusammengefasst.


Die Titel der 1983er Scheibe zeigen auch Einflüsse von Punk und New Wave und in dem Verarschungssong „Gib mir deine Liebe“ blitzt ein wenig „Neue Deutsche Welle“ auf, aber eher ironisch gemeint.

 

Im letzten Jahr seines Bestehen trat „Eulenspygel“gelegentlich live mit Georg Köberlein von „Grachmusikoff“ auf und zu den humorvollen Ansätzen (20er Jahre Zitat in „Elvira“),die auf der letzten Eulenspygel - LP schon auftauchten, kamen Bühnenshow , comedyhafte Einlagen und skurile Songs von Georg hinzu.

 

 Eine Weile spielte diese Besetzung dann als „Zong“ zusammen, aber Georgs rustikale Art gefiel Peter und Günter nicht so recht und Georgs einfacherer Musikstil war auch nicht so ihr Ding.

 

Noch 1984 ging dieser Nachklapp von „Eulenspygel“ zuende und da weder Peter Garattoni noch Günter Marek ein musikalisches Konzept hatten, schloß ich (D.N.) mich mit Georg Köberlein zusammen, suchte in Tübingen gute Musiker und machte das Comedy-Rock Projekt „Zong“, weiter , von dessen Abschlusskonzert (1989) eine beachtenswerte CD gemacht wurde.

 

Damals spielte ich also schon mit Jäckle, welcher mit mir bis heute bei „Jackpot“ gemeinsam gitarrisiert. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Zong (1984-1989)

 

 

Da sich der bierernste Stil des Politrock schon in den letzten Jahren von „Eulenspygel“ ziemlich gelegt hatte, und auch Privates. Ironie und Humor in die Texte einschlich, war klar, daß man auf diesem unterhaltsameren Weg weitermarschieren wollte, wo mir Georg Köberlein der absolut geeignete Kollege erschien. Von Marek und Garattoni kamen damals keine Impulse mehr.

 

Eine Weile versuchten „Eulenspygel“ sich durch Georgs Fun-texte wiederzubeleben , aber es „passte nicht“, denn irgendwie war den Kollegen außer mir das alles ein wenig peinlich, schien mir.

 

Deshalb suchte ich gemeinsam mit Georg im Umkreis von Tübingen Musiker, die ein solches Text-Konzept mittragen wollten , aber auch anspruchsvolle Musikarrangements ausführen könnten. Mit Zimmi Zimmermann am Bass, Volker Flaig am Schlagzeug und Jack Jäckle an der andern Gitarre hatten wir die richtigen gefunden.

 

 

Ob Rocktango- Crossover, Heavy Metal -Veralberung oder schwäbische Übertragungen von ZZ Top –Songs, alles war erlaubt, wenn wir Spaß hatten. Eine originelle Klangfarbe war die Posaune von Georg ,ich spielte gelegentlich auch Keyboards ,so gab es viel Abwechslung im Sound.

Was keine CD zeigen kann: wir machten immer mal wieder kleine Comedy-Einlagen, sangen Opernarien, oder ließen Georg als Monster aufs Publikum los.

Sicher meine lustigste Truppe!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jackpot – CD Power of ‚69 (1996)

 

1996 im Tübinger Neckarsound-Studio eingespielt - mit der gleichen Besetzung, die bis auf den keyboarder (heute Uli Kalbrecht , davor Klaus Rother) bis heute live auftritt.

 

Die Gruppe hat seit 1994 Dave Stolzmann als Sänger & Frontmann , dessen Qualitäten nicht nur in diesen Studioaufnahmen zu bemerken sind, sondern vor allem live. 
Das pure Adrenalin, der Mann!

 

Davor sang eine Weile Helmut Engelhard (siehe & höre Live CD) und am Anfang von Jackpot (1988) waren wir sogar zu fünft ohne besonderen Frontmann.

 

Micha Wolf , Bassist , ist der zweitwichtigste Vocalist bei Jackpot. Detlev Nottrodt (Sologitarre und allerlei Sonstiges) ,kriegt vorwiegend die hohen Chortöne zugeteilt. Jäckle raucht und spielt auch eine geile Gitarre. An den dynamischen Drums ist Matze Bergmann.

 

Alle Musiker waren früher in anderen Bands tätig , auch solchen mit eigener Musik, wie z.B. Detlev Nottrodt bei „Zong“ , „ Eulenspygel“ und „Royal Servants“.

Um neben den bekannten Cover - Songs auch ein wenig Kreatives vorzuzeigen , sind auf dieser CD 3 Eigenkompositionen, so auch der die CD betitelnde Song „Power of ‚69“ von Detlev. Der knüpft zwischen Beatles, Beachboys & Deep Purple das innere Band :der lebensbejahende Sturm und Drang der frühen Rockjahre. Dazu Michas „Beatlemania“ und Dets Ballade „I’ll never find another you“.

 

Von einigen Arrangement-Feinheiten abgesehen halten wir uns aber recht eng an die Vorlagen,damit das feeling der Zeit ungebremst rüberkommen kann.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jackpot – 10 Jahre Jackpot in Concert (2000) 
 

 

 

 

In der Tübinger Rockkneipe „Zoo“ von Bassist Micha Wolf heimlich (Gottseidank) Dezember1999 mitgeschnitten , hält diese CD die wunderbare Stimmung dieses Abends gut fest.

 

Wir hatten Kollegen von den früheren Besetzungen eingeladen, so auch den allerersten Schlagzeuger Markus Perenthaler (1988 &1989) und natürlich unseren ersten Frontmann, Helmut Engelhardt.

 

Die erste CD bringt Titel der frühen Jahre , als The Who eine unserer Lieblingsgruppen war ,oder solche Instrumentalschönheiten wie „Jessica“ von den Allman Brothers.

 

Die 2.CD spiegelt dann mehr das Repertoire seit Mitte der 90er Jahre wieder , nämlich rockige & .groovige Sachen der 70er und teilweise 8oer Jahre.

 

Die Ladies , (Rike & Petra) die schon 1996 im Studio einige Chöre mitsangen ,sind was Besonderes auf dieser CD, da sie live ja nur wenige Auftritte lang zu hören waren.

 

Auch für Jackpot - Kenner eine Rarität: Have a little faith , war nur an diesem Abend - von Helmut gesungen – jemals auf einem Jackpotauftritt zu hören.

 

Diese Doppel- CD zeigt die stilistische Breite der Gruppe und vor allem , dass sie eine gute Laune - Truppe ist für Oldie & Rockfans aller Altersklassen.

 

 

 

 

 



 

Jackpot – Live Rarities Vol.1 (2005)

 

Besonders für die treuen Jackpot -Fans, die öfter zu unseren Konzerten kommen und unsere Songs schon auswendig kennen, haben wir dieses Schmankerl zusammengestellt - aus unterschiedlichen Live Konzerten zwischen 1990 und 2000.

Der Schwerpunkt liegt hier also auf Songs, die man selten von uns hört, oder die längst nicht mehr im Programm sind bzw. überhaupt nie oder nur einmal aufgeführt wurden (wie z.B. Johnny Controletti mit Matze an den vocals).

Und wer hat uns jemals etwa die wunderschöne Nummer „In my room“ von den Beach Bys singen hören? Niemand, eben!

Oder „Eye of the tiger“. Live nie gespielt , aber hier in einer gut klingenden Studio - Version von 1996 mit dabei. Viel Spaß damit